Übernachten in der Wüste

September 2019

Übernachtung im Wüstencamp

Nach unserem 4-stündigen Ausflug in die Wüste Wadi Rum's sind wir nun an unserem Ausgangspunkt wieder angekommen. Unsere Koffer werden auf einen Jeep geladen und wir fahren mit 3 anderen Touristen in unser Wüstencamp. Voller Vorfreude auf die Nacht im Camp und die Hoffnung einen tollen Sternenhimmel und Milchstraße zu sehen, fahren wir erneut durch die Wüste.

Das Wüstencamp

... liegt eingebettet zwischen mächtigen Bergen und der Wüste Wadi Rum. Die vielen Zelte auf dem sandigen Wüstenboden machen den Anblick des Camps perfekt. Ein großes Gemeinschaftszelt für ein "Zusammensein unter Fremden" steht neben den gemütlichen Sitzgelegenheiten unter freiem Himmel zur Verfügung. Die Atmosphäre ist hier besonders: die Ruhe und eine gewisse Gelassenheit geben Raum, um den Tag ausklingen zu lassen, Erinnerungen nachzugehen, eine Shisha zu rauchen, sich zu unterhalten oder mit anderen Gästen auszutauschen, ein Buch zu lesen oder einen leckeren türkischen Kaffee zu trinken.

In Wüstencamps gibt es keinen Alkohol, dafür alkoholfreie Getränke, Snacks und Shisha.

Unser Zelt

Im „Rahayeb Desert Camp“ angekommen werden wir freundlich empfangen und erhalten den Schlüssel zu unserem Zelt. Auf dem angelegten Weg folgen wir einem Mitarbeiter zu unserer heutigen Übernachtungsmöglichkeit. Wir schließen die Holztür auf und betreten unser geräumiges Zelt. Die Ausstattung ist spartanisch-gemütlich und genau richtig für diesen Ort. Eine Klimaanlage, elektrisches Licht und der Zugang zum eigenen Bad bieten zusätzlichen Komfort.

Es werden Zelte mit eigenem Bad oder Gemeinschaftsbad angeboten.

Das Abendessen

Zum Abendessen haben die Köche einen absoluten Gaumenschmaus vorbereitet. Dieser wird für alle Gäste um 20:00 Uhr als Buffet serviert: mit Salaten, Brot, Joghurt, Humus und Fleisch.
Es gibt keine zugewiesenen Tische. Jeder Gast sucht sich mit seinem Teller einen freien Platz. Es dauert nicht lange und wir kommen mit anderen Gästen ins Gespräch. Gemütlich lassen wir den Abend in Gesellschaft und mit einer Shisha ausklingen.

Sternenhimmel

Im Laufe des Abends geht der Blick immer wieder in Richtung Himmel, in der Hoffnung einen tollen Sternenhimmel zu sehen. Die „Lichtverschmutzung“ in unserem Camp war leider doch zu groß und als das Licht vollständig ausgeschaltet wurde, haben wir bereits geschlafen... irgendwann werden wir bestimmt wieder in den Genuss kommen, einen grandiosen Sternenhimmel zu sehen.

Das Camp bietet für den Abend eine „Sternen-Tour“ an und fährt mit den Gästen in die Wüste hinaus.

Fazit

Der Hauptgrund für die Übernachtung im Wüstencamp war, die Hoffnung einen grandiosen Sternenhimmel zu sehen. Dieser Wunsch hätte sich vermutlich erfüllt, wenn wir eine der angebotenen "Sternen-Touren" des Wüstencamps gebucht hätten. Die Übernachtung in dem Camp war dennoch eine tolle Erfahrung.

Wadi Rum – einzigartige Wüstentour

September 2019

Voller Vorfreude auf unseren Ausflug mit Übernachtung in der Wüste, sitzen wir morgens um 9:00 Uhr im Auto. Doch bevor es in die Wüste geht, machen wir einen Zwischenstopp bei der Bäckerei „AL-Janoub sweetes“ in Petra und decken uns mit köstlichen arabischen Gebäck ein.

Wadi Rum

... ist viel mehr als nur eine Wüste. Faszinierende Entdeckungen und die atemberaubende Schönheit machen diesen Ort zu einem der Highlights auf unserer Reise. Durch das magische Zusammenspiel von Licht, Farben und der Felslandschaft wird deutlich, warum dieser Ort zum Weltkulturerbe zählt.

Eintrittspreis
5 JD / ca. 6,50 € p.P.

Seit ungefähr 12.000 Jahren sind die Beduinen und ihre Kultur eng mit der Wüste Wadi Rums verbunden. Die Jordanier handelten mit Kaffee, der einst aus dem Jemen kam. Dieser ist ein wichtiger Bestandteil in der arabischen Kultur und symbolisiert nicht nur die Gastfreundschaft. Bei Verhandlungen, für Problemlösungen und sonstigen gesellschaftlichen Zusammentreffen darf Kaffee nicht fehlen.

Mit Kamelkarawanen wurden Waren durch die Wüste Wadi Rums zum Mittelmeer transportiert. An Lagerplätzen wurden Waren getauscht, wie Leder aus Arabien gegen Seide oder Textilien aus Indien und China.

Noch heute sind Zelte von Beduinen in der Wüste auszumachen. Diese sind aus Ziegenwolle und Kamelhaar. Die meisten Beduinen sind heute in Wadi Rum sesshaft geworden.

Bevor die Wüstentour beginnt

Von Petra fahren wir ca. 1,5h bis zum Besucherzentrum von Wadi Rum.
Wir werden angemeldet und erhalten unsere Tickets, damit wir den kleinen Ort und die Wüste Wadi Rum passieren dürfen. Unser Auto stoppt vor einem Haus und unsere Koffer werden ausgeladen. Beim Betreten des Hauses bekommen wir mal wieder die herzliche Gastfreundschaft der Jordanier zu spüren. Bereits kurze Zeit später sitzen wir mit einem Glas Tee in dem großzügigen und gemütlichen Wohnzimmer/ Aufenthaltsraum des Hauses, in dem auch andere Touristen warten. Der Raum ist mit vielen Teppichen und Sofas eingerichtet.
In einem Nachbarraum / Büro besprechen wir den Ablauf des heutigen Tages, buchen einen Kamelritt und gleichen die Informationen für die Übernachtung im Wüstencamp ab. Nachdem alle Formalitäten erledigt sind, springen wir und die anderen Touristen in den jeweils eigenen überdachten Jeep und unsere 4-Stündige Tour durch die Wüste beginnt.

Die Wüstentour beginnt

Sobald wir den Rand der Wüste erreicht haben, verteilen sich die Jeeps in alle Himmelsrichtungen.
... und da sind nur noch wir ... und eine einzigartige Weite mit roten Wüstensand. Um uns herum sind beeindruckende Felsformationen. Je tiefer wir in die Wüste hineinfahren, desto mehr verändert sich die Landschaft.

Jebel Khazali

Der warme Fahrtwind begleitet uns eine Weile, bis wir an einem großen Felsen haltmachen – Jebel Khazali. Über eine Öffnung im Felsen gelangen wir ins Innere. Die Sonne lässt das Gestein golden glänzen.

Wir gehen die 100m des unebenen Weges entlang und entdecken wunderbar erhaltene Zeichnungen im Gestein.

Vor 3.500 Jahren zogen Nomadenstämme durch Wadi Rum. An einigen Stellen hinterließen sie Bilder und Schriftzeichen. Diese Abbildungen geben Einblicke in eine andere Zeit.

Wüstentour auf einem Kamel

In der Nähe des Jebel Khazali ist ein Beduinen-Zelt aufgebaut. In diesem nehmen wir Platz, bevor wir auf unsere Kamele/Dromedare umsteigen.

Unser Kamelführer holt uns ab und wir setzen uns in den gut gepolsterten Sattel unserer Wüstenschiffe.
Nun heißt es festhalten, das Kamel steht auf. Niemand ist heruntergefallen, die Tour kann losgehen.

Über uns die Sonne, die sich nicht so erbarmungslos heiß anfühlt wie erwartet.
Jeder auf seinem eigenen Kamel/Dromedar schaukeln wir ungefähr 30 Minuten durch die Wüste.

TIPP
Um die Beine zu entlasten, wurde uns empfohlen zwischendurch die Position in den Schneidersitz zu verändern. Ich habe es ausprobiert und es ist wirklich angenehm.


Wir genießen die Ruhe und die endlose Weite dieses besonderen Fleckchens Erde. Um uns herum sind nur der Wind, die Wüste und die Felsen.

An einem Schatten spendenden Felsen beenden wir unseren Kamelritt.
Hier treffen wir unseren Fahrer, der gemeinsam mit anderen Fahrern für die Touristen das Mittagessen zubereitet.

Mittagessen

Zusammen sitzen wir mit den anderen Touristen auf einer großen Decke, die auf dem Boden ausgebreitet ist, und unterhalten uns. Währenddessen bereiten die Fahrer der verschiedenen Jeeps das Mittagessen zu.
Es wird sehr gut gegrilltes Hühnchen, Salat, Joghurt und Brot serviert. Zum Nachtisch gibt es Gebäck. Alles ist sooo köstlich und gehört mit zu den besten Essen unserer Reise.
In den darauffolgenden Tagen hatten wir KEINE Magenprobleme.

Überraschende Natur und Kamele hautnah

Nach dem Mittagessen setzen wir unsere Tour fort. Wir erkunden von der Natur geschaffene, gigantische Felsformationen und klettern einen davon seitlich hinauf. Umgeben von imposanten Felsen und die Weite der Wüste. Das Panorama, welches uns umgibt, ist großartig.

Wir fahren mit dem Jeep weiter und sehen in der Ferne freilaufende Kamele. Der Versuch, die Wüstenschiffe während der schaukelnden Fahrt mit der Kamera einzufangen, ist gar nicht so leicht.

Auf einmal stoppen wir. Unser Guide ruft die Kamele zu uns ... und tatsächlich, sie kommen.
Dieses freundliche Gesicht, die langen Wimpern und großen Kulleraugen ... da teile ich doch gern das übrig gebliebene Brot. Den Kamelen in dieser Umgebung - ohne Kamelführer - noch einmal so nah zu kommen, ist aufregend und fesselnd.

Bevor es zurück zum Ausgangspunkt geht, machen wir noch einen letzten Stopp an einem weiteren Beduinen-Zelt.
Diese Stelle war einst ein Lagerplatz zum Tausch von Waren, die mit den Karawanen durch die Wüste transportiert wurden.

In einem Felsen können wir Zeichnungen und Schriftzeichen erkennen, die die Menschen vermutlich im 3. Jh. v. Chr. hier hinterlassen haben.

Ein einsamer Baum, mitten in der Wüste Wadi Rums ... ein sehr skurriles aber auch faszinierendes Bild. Es zeigt, wozu Mutter Natur fähig ist.

Voller unvergesslicher Erfahrungen und Eindrücke verlassen wir die Wüste und fahren in unser Wüsten-Camp.

Checkliste
– Kopfbedeckung
– Sonnencreme
– Wasser
– Action Cam / Kamera – die auch bei einer holprigen Fahrt stabile Bilder macht
-„Sea Band“ gegen Reisekrankheiten jeder Art („Wüstenschiff“)

Fazit

Der Ausflug in die Wüste war eine unvergessliche Erfahrung. Die fantastische Landschaft und der Ritt auf den Kamelen/Dromedaren wird uns für immer in Erinnerung bleiben.
Wer in Jordanien ist sollte unbedingt einen Ausflug in die Wüste Wadi Rum's machen. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ein Wüstenausflug so abwechslungsreich sein kann.