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Petra – eine atemberaubende Felsenstadt

September 2019

In den kommenden 2 Tagen tauchen wir in die Welt der Nabatäer ein. Wir erfahren mehr über die Geschichte, Kultur und Natur des Landes. Bei einer Wanderung erkunden wir die einzigartige Gegend der Felsenstadt Petra.

Eintrittspreise Felsenstadt Petra
1 Tag50 JD / ca. 65 € p.P.
2 Tage55 JD / ca. 72 € p.P.
3 Tage60 JD / ca. 78 € p.P.
Tagestouristen90 JD / ca. 117€ p.P.
HinweisZum Erhalt der Felsenstadt Petra sollte jeder Besucher darauf achten, keinen Müll zu hinterlassen und rücksichtsvoll mit dem Weltkulturerbe umzugehen.
WC's, Restaurants und Cafés sind vorhanden
Empfohlener Aufenthalt2 Tage mit Guide
Wanderung von Klein Petra
in die Felsenstadt Petra
Link zu Anbietern

Felsenstadt Petra

An einer der ältesten Handelsrouten des Orients liegt der wohl bekannteste Ort Jordaniens, die Felsenstadt Petra. Dieser geheimnisvolle Ort gehört zu den 7 neuen Weltwundern.
Petra wird automatisch mit einem bestimmten Film in Verbindung gebracht– „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“. Doch dieser sagenumwobene Ort ist mehr als nur eine Filmkulisse und besteht nicht nur aus einer Schlucht und dem Schatzhaus.

Geschichte

1 Jahrtausend vor Christus kamen die Nabatäer aus dem Jemen ins Ost-Jordanland und überfielen Karawanen, die ihre Waren durch die Wüste zum Mittelmeer transportierten.
Mit dem Angebot, den Karawanen Begleitschutz zu bieten, war eine neue lukrative Geschäftsidee geboren und der Handel mit Waren begann. So besiedelten die Nabatäer das Gebiet um 500 v. Chr. und errichteten Petra als ihre Hauptstadt mit Palästen – für die Könige Aretas I-IV, Tempeln, Grabmälern und Wohnungen.
Das Gebiet war ein Knotenpunkt und wichtiger Handelsplatz der Weihrauchstraße.
Waren wie Weihrauch, Myrrhe und Gewürze (Safran, Pfeffer und Zimt) wurden transportiert.
Zur Blütezeit von Petra lebten ungefähr 20.000 Menschen in der Stadt.

Um 85 v. Chr eroberten die Nabatäer Damaskus und belagerten anschließend Jerusalem. Das römische Imperium schlug zurück und machte das Königreich zu einer römischen Provinz. Die einst so wichtige Handelsstadt verlor an Bedeutung. Handelsstädte wie Palmyra in Syrien machten Petra im 3. Jh. n. Chr. zusätzlich Konkurrenz.
Bis heute ist nicht eindeutige geklärt, warum Petra zurückgelassen wurde. Mehrere Erdbeben sowie der Rückgang des Handels könnten eine Ursache sein.

Die Stadt galt als fast vergessen, bis der Schweizer Johann Ludwig Burckhardt im Jahr 1812 diesen Ort neu entdeckte. Die ersten Ausgrabungen fanden 1929 statt und dauern bis heute an. Man vermutet, dass erst 2% der Felsenstadt Petra ausgegraben wurden. Noch heute zeigt dieser Ort den Forschern Rätsel auf und gilt nicht umsonst als sagenumwoben.

1. Tag in der Felsenstadt Petra

Unser Hotel „Petra Guest House“ liegt direkt am Eingang des Besucherzentrums. Um 9:00 Uhr betreten wir mit unserem Guide und einer Vielzahl Touristen die Felsenstadt Petra.

Ein langer breiter Weg schlängelt sich in Richtung Schlucht. Felsen säumen den Weg und leuchten in der Morgensonne golden. Von Weitem können wir bereits Umrisse einer Fassade und Löcher in Felsen erkennen. Gebannt lauschen wir auf unserem Weg den Geschichten unseres Guides.

Links und rechts tauchen die ersten Grabstätten und Wohnungen der Nabatäer auf. Wir bleiben stehen, um mehr über die Geschichte und Architektur zu erfahren, die im harmonischen Einklang mit der Natur wiederzufinden ist.

Die Nabatäer trieben Handel mit den Griechen. Auch in ihrer Bauweise wird der Einfluss des antiken griechischen Baustils sichtbar.

Grabstätte

Wohnung

Keine Lust zu laufen

Unterwegs wird uns immer wieder angeboten, unseren Weg auf dem Rücken eines Kamels, Esels oder Pferdes zurückzulegen, doch wir lehnen dankend ab.

Für Interessierte ist zu beachten
Die Touren sind meistens kürzer als angeboten!

PferdEingang Besucherzentrum bis zum Eingang der Schlucht
KutschenEingang Besucherzentrum bis zum Schatzhaus
KameleQasr Al-Bint (Mädchenschloss) bis zum Schatzhaus
Eselnach Vereinbarung

Die berühmte Schlucht zum Schatzhaus

Wir erreichen eine Schlucht. Die Gesteinsformationen ragen zu beiden Seiten majestätisch empor.
Im Gestein der Felsen werden wir auf Einkerbungen aufmerksam gemacht, der Transportweg des Wassers. Die Nabatäer waren Experten im Umgang mit Wasser. Sie kanalisierten und sammelten dieses für den täglichen Bedarf. Außerdem wurde das Wasser umgeleitet, um Überflutungen zu vermeiden.

Die Schlucht verengt sich und ist nur noch ungefähr 2 Meter breit.
Wir haben nun die engste Stelle in Petra erreicht. 

Petra war nur über diese Schlucht zugänglich und somit uneinnehmbar.
 Zwischen den Felsen sehen wir etwas aufleuchten, das Schatzhaus.
Die Sonne lässt das Gebäude in den schönsten Goldtönen erstrahlen.

Das Schatzhaus

... wird auch "das Schatzhaus des Pharao" genannt. Lange Zeit wurde vermutet, dass an diesem Ort ein Goldschatz liegen würde. So ist dieses Bauwerk zu seinem Namen gekommen. Ein Schatz wurde leider nie gefunden. Weitere Forschungen haben gezeigt, dass dies ein Mausoleum für eine der nabatäischen Königsfamilien ist.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entdeckten Forscher die in Sandstein gehauene Fassade (40 Meter hoch und 28 Meter breit), dessen Ornamente der römischen Architektur ähnlich sind. Die Römer hatten das Gebiet 106 n. Chr. annektiert.  Es wurde angenommen auf Überreste der antiken römischen Zeit gestoßen zu sein. Bei genauerer Betrachtung sind römische und griechische Motive zu erkennen. Allerdings können weitere Motive sowie die Giebel und Reliefs nicht der römisch/griechischen Architektur zugeordnet werden. Noch heute wirft das Schatzhaus viele Fragen auf.

Wie „Indiana Jones“ können wir das Schatzhaus leider nicht erkunden, das aus einem großen Raum und 3 kleinen leeren Kammern bestehen soll. Dafür erfahren wir mehr über die Architektur und die Theorien zur Bedeutung der Säulen und Verzierungen. Diese könnten zum Beispiel einen Kalender darstellen.

Um einen unverstellten Blick auf das Schatzhaus genießen zu können, gehen wir den gegenüberliegenden Berg hinauf. Hier befindet sich ein kleines Plateau, von dem wir einen atemberaubenden Blick auf dieses faszinierende Bauwerk haben.

Wohnungsbesichtigung bis zur Fassadenstraße

Wir laufen nun abseits der Wege und "wandern" auf einem der Felsen entlang. Auf unserer Entdeckungstour tauchen wir tiefer in die Welt der Nabatäer ein und betreten die erste Wohnung.

Der Eingang und das "Fenster" wurden durch Wind und Regen vergrößert.

In den schlichten und einfach wirkenden Wohnungen sind noch immer Feuerstellen zu erkennen. Einen wunderschönen Anblick bieten die verschiedenen Farben des Sandsteins. Hier wäre keine weitere Dekoration notwendig.

Vom Berg aus nähern wir uns der Fassadenstraße. Wir treten auf einen großen Felsen und der Ausblick ist großartig.
Das Theater liegt eingebettet und harmonisch zwischen den Wohnungen und lässt uns in eine längst vergangene Ära eintauchen.

Nun sind wir im Zentrum der Stadt. Am Ende des Hauptweges (Kreuzung Säulenstraße), gegenüber des Theaters. Hier befinden sich 4 wundervolle, nebeneinander liegende Gräber. Ihre prächtigen Fassaden und Verzierungen sind imposant und faszinierend.

Nicht nur von außen können die monumentalen Bauten betrachtet werden. Es ist empfehlenswert auch einen Blick hinein zu werfen und sich in eine andere Zeit führen zu lassen.

Eine kleine Pause

Nach so vielen faszinierenden Eindrücken gönnen wir uns eine Pause in einem Café an der Fassadenstraße und genießen einen sehr guten türkischen Kaffee.

Gegen 14:00 Uhr brennt die Sonne so stark, dass wir uns auf den Weg zurück ins Hotel machen. Vom Besucherzentrum „fallen“ wir nur noch ins Hotel und sind übermannt von den Eindrücken des ersten Tages... und das war noch nicht einmal die Hälfte der Felsenstadt Petra.

2. Tag in der Felsenstadt Petra

Das Kloster

Nach einer 2h-stündigen Wanderung von Klein Petra in die Felsenstadt Petra erreichen wir das Kloster. Umringt von Bergen ist der Anblick dieses Bauwerks atemberaubend. Es ist eine größere Version des Schatzhauses und wunderschön.

Das Kloster (auf arabisch: Ad Deir) wurde im 1 Jh. n. Chr. gebaut. Im Jahre 2004 entdeckten Forscher einige Steinbänke und vermuten seitdem, dass das Kloster nicht als solches genutzt wurde, sondern als Mausoleum eines Herrschers diente.

Aufgrund der wenigen Touristen haben wir einen unverstellten Blick auf dieses beeindruckende Bauwerk. Währenddessen genießen wir unseren türkischen Kaffee und Snacks im Café gegenüber.

Mittlerweile ist es 12:00 Uhr, gut gestärkt laufen wir die Treppen herunter in Richtung "Zentrum" (Fassadenstraße, Theater) und sind froh, am Morgen den Weg über die Berge genommen zu haben... jetzt müssen wir nur noch bergab laufen.
Uns kommen viele Touristen entgegen. Ihnen ist die Anstrengung des Treppensteigens und der Wärme deutlich anzusehen.
Esel, die Touristen auf ihren Rücken transportieren, kreuzen unseren Weg und ein Souvenirstand reiht sich an den nächsten.

Säulenstraße

Die Säulenstraße war einst die Hauptverkehrsachse in Petra.

Wer fühlt sich bei diesem Anblick nicht an Rom erinnert? Die Einflüsse der römisch/griechischen Architektur werden hier wieder sichtbar.

Auf der Säulenstraße sind die Überreste eines Tempels auszumachen. Das Dach des Tempels wurde von den ursprünglich 15 Meter hohen Säulen getragen. Über die Treppen gelangen Besucher in den einstigen Tempelbereich.

Ein einzelnes Haus am Rande der Säulenstraße. Wie ungewöhnlich. Alle bisher gesehenen Gebäude sind direkt aus dem Felsen geschlagen.
Wir schauen auf unseren Plan und stellen fest, dass wir am „Mädchenschloss“ angekommen sind.
Das Gebäude hat seinen Namen von den ansässigen Beduinen erhalten "Qasr Al-Bint" (Palast der Pharaotochter oder Mädchenschloss).
Von außen können wir noch Stufen erkennen, diese sollen ins Innere der Tempelanlage mit 3 Altären geführt haben.

Qasr al-Bint (Mädchenschloss oder Palast der Pharaonentochter) war der wichtigste Tempel in Petra und wurde um 30 v. Chr. erbaut, als eine Widmung an die nabatäischen Götter.

Die Hitze macht uns langsam zu schaffen und wir entschließen uns, schweren Herzens, zum Hotel zurückzugehen: vorbei an den prächtigen Fassaden der Gräber, am Theater und dem Schatzhaus.

Zurück im Hotel lassen wir die letzten 2 Tage Revue passieren und sind noch immer überwältigt von den Eindrücken in der Felsenstadt Petra.

In Petra gibt es noch viel mehr zu entdecken. Unsere 2 Tage in Petra haben leider nicht ausgereicht, um alles zu erkunden.

Checkliste:
– Guide
– Tickets
– Bargeld evtl. Trinkgeld
– Sonnencreme
– Kopfbedeckung
– bequeme Schuhe
– Wasser und kleine Snacks (Getränke und Snacks können auch auf dem Gelände gekauft werden)
– Kamera

TIPP! Bäckerei: AL-Janoub sweetes

Vor der Abreise sollte die Bäckerei „AL-Janoub sweetes“ aufgesucht werden.
Diese befindet sich in Richtung Zentrum auf der linken Seite von der Felsenstadt Petra kommend.
Hier gibt es fantastisches arabisches Gebäck, ein absoluter Gaumenschmaus. Es werden bereits kleine gemischte „Platten“ angeboten. Um das Gebäck transportfähig einzupacken, bekommt die Platte noch einen „Deckel“ und wird mit Frischhaltefolie eingewickelt. Falls es nicht schon vor der Abreise aufgegessen wird – eine Platte hat es leider nicht nach Hause geschafft - hält das Gebäck gute 4 Wochen und verlängert den Urlaub.

Fazit

Wer in Jordanien ist, sollte sich unbedingt die Zeit nehmen die Felsenstadt Petra zu besuchen und eine Wanderung von Klein Petra in die Felsenstadt Petra zu machen. Die 2 Tage waren sehr beeindruckend und faszinierend.
Je nach Wetterlage sind 2-3 Tage für alle Aktivitäten empfehlenswert. Die Temperaturen waren bei uns über 30 Grad. Aus diesem Grund konnten wir keinen ganzen Tag in der Felsenstadt verbringen, um noch mehr erkunden zu können.
Ein Guide sollte ein "Must Have" sein, um mehr über die interessanten Details zur Geschichte und der Felsenstadt zu erfahren. Wir würden die Felsenstadt jederzeit wieder besuchen.

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