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Südafrika – ein Land der Vielfalt

Oktober 2018

Südafrika bietet eine Vielfalt, die an kaum einem anderen Ort wiederzufinden ist. Pinguine in Kapstadt, traumhafte Ausblicke vom Tafelberg und beim Paragliding, fantastischen Wein in Stellenbosch, eine unvergessliche Safari im Kruger Nationalpark, malerische Gegenden und Küsten auf der Garden Route und noch so vieles mehr. Die Menschen, Kultur, Gastronomie und die Tierwelt sind so unterschiedlich und faszinierend zugleich. Nicht umsonst wird Südafrika auch als die „Regenbogennation“ bezeichnet. Wer einmal da war, möchte erneut in dieses wundervolle Land reisen, um noch mehr dieser facetten- und abwechslungsreichen Republik zu erkunden.

Gut zu wissen 

Südafrika hat deutlich mehr als "nur" den Tafelberg und Safaris zu bieten.
Dies mussten wir bei unseren Reisevorbereitungen auch feststellen.

Aufgrund der Größe des Landes hätten wir vermutlich mehrere Monate in Südafrika bleiben können, wir hatten aber "nur" 3 Jahresurlaub.
Um das Land wirklich ein bisschen erleben und genießen zu können, mussten wir die Ziele und Sehenswürdigkeiten einschränken ... und schauen: wie kommen wir von A nach B.
Mit Google Maps wurden die Entfernungen von einem Ort zum Nächsten geprüft und sehr schnell haben wir festgestellt, dass Südafrika wirklich 3x größer ist als Deutschland ... was nun?

Ein Mix aus Roadtrip und Inlandsflügen war für uns die beste Möglichkeit unsere Wunsch-Highlights zu sehen und zu erleben.

KontinentAfrika
HauptstadtExekutive: Pretoria
Legislative: Kapstadt
Judikative: Bloemfontein
SpracheAfrikaans, Englisch, Süd-Ndebele, isiXhosa, isiZulu, Nord-Sotho, Sesotho, Setswana, Siswati, Tshivenda, Xitsonga
In Englisch konnten wir uns überall sehr gut verständigen.
Zeit+1 Stunde (MEZ) bei deutscher Winterzeit
Keine Zeitverschiebung bei deutscher Sommerzeit
JahreszeitSüdafrika liegt auf der Südhabkugel. Dadurch vertauschen sich die Jahreszeiten. Beginnt in Deutschland der Sommer, startet der Herbst/Winter in Südafrika mit Regen und Temperaturen von 10-15 Grad. Während der Sommerferien in Deutschland ist Südafrika nicht unbedingt das beste Reiseziel. Der Frühling beginnt im September/Oktober und ist ein guter Zeitpunkt für eine Reise.
Fläche1.2 Mio. km² (Deutschland: 357.386 km²)
Einwohnerca. 58 Mio. (Deutschland: ca. 83 Mio.)
ReligionIn Südafrika herrscht Glaubensfreiheit. Sprachen und Religionen sind sehr vielfältig. Das Land ist überwiegend christlich geprägt. Afrikanische Religionen, der Hinduismus, der Islam und das Judentum sind ebenfalls Teil der Gesellschaft.
WährungRand (ZAR)
StraßenverkehrEs herrscht Linksverkehr.

Eine Reise durch Südafrika

Von Berlin fliegen wir über Doha, Johannesburg nach Kapstadt. Nach fast 20h Reisezeit erreichen wir unser Ziel. Ein Visum benötigen wir für die Einreise im Oktober 2018 nicht, lediglich unseren gültigen Reisepass, der noch mindestens 30 Tage nach der Rückreise gültig sein muss. Unter Vorlage des Reisepasses und Angabe des Rückreisedatums bekommen wir bereits in Johannesburg unser „Touristen-Visa“ für die nächsten 90 Tage.

geführte Tour

Es gibt viele Angebote rund um geführte Rundreisen, als Gruppe oder individuell geführte Touren.

Vorteil geringer Organisationsaufwand
Abholung vom Flughafen und Rücktransport
Organisierte Tour mit Sehenswürdigkeiten und Hotels
Erhalt von vielen Informationen über das Land und die Kultur
GruppenreisenOrganisation der Reiseroute mit Sehenswürdigkeiten und Hotels
Meistens etwas günstiger, da in größerer Gesellschaft gereist wird
individuell geführten TourenMehr Flexibilität:
Individuelle Planung der Reiseroute
Flexiblere Auswahl der Hotels
Abholung am Flughafen und Rücktransport
Spontane Stopps möglich
Häufig höhere Reisekosten als bei einer Gruppenreise, aber es lohnt sich!

In Jordanien haben wir bereits gute Erfahrungen mit evaneos gemacht. Wir konnten uns als Paar eine individuelle Reise zusammenstellen, die fantastisch war. Mehr dazu unter „Jordanien“.

Mietwagen-Tour

Der Vorteil einer Mietwagentour ist: Route, Zeit, Hotels und Sehenswürdigkeiten können flexibel geplant und bei Bedarf individuell angepasst werden.

In Südafrika herrscht Linksverkehr.
Es wird ein gültiger nationaler und internationaler Führerschein benötigt.

Mietwagen

Über Sixt haben wir einen BMW Automatik gemietet.
Der Vorteil eines Automatik-Fahrzeugs und deutschen Fabrikats ist: man muss sich nur auf den Verkehr konzentrieren und die Bedienelemente sind identisch, beim Blinken wird nicht versehentlich der Scheibenwischer betätigt. Andere Reisende haben uns berichtet, dass die Bedienelemente bei den asiatischen Modellen andersherum waren.

Das Fahrzeug sollte vor der 1. Fahrt unbedingt auf Schäden (Karosserie und Reifen) überprüft werden. Sollten weitere Schäden festgestellt werden, als im Protokoll vermerkt, unbedingt mit einem Foto dokumentieren und nach Möglichkeit einen Mitarbeiter der Autovermietung informieren.

Straßen und Verkehr

Die Straßen von Kapstadt nach Stellenbosch (Weinregion), auf der Garden Route oder in der Region des Kruger Nationalpark sind gut asphaltiert.

Außerhalb des Zentrums Kapstadts, fährt es sich sehr entspannt, kein Hupen, Drängeln oder rasante Fahrweisen.

Vorfahrt

Das Fahrzeug, das als Erstes die Kreuzung erreicht, darf als Erstes fahren.
Gegebenenfalls wird durch Hand- und/oder Lichtzeichen die Vorfahrt gewährt.

Ein Fahrzeug überholen

Außerhalb der Städte gibt es „Überholspuren“:

  • das heranfahrende Fahrzeug gibt Lichthupe
  • das vordere Fahrzeug überfährt auf der linken Seite der Fahrbahn eine gelbe Linie, die vergleichbar mit einem Standstreifen ist
  • das schnellere Fahrzeug fährt vorbei und leuchtet zum Dank 1-2x mit dem Warnblicklicht auf
Fahren bei Dunkelheit

Es sollte vermieden werden bei Dunkelheit zu fahren. Die Straßenbeleuchtungen sind kaum vorhanden und auf den Seitenstreifen laufen häufig Menschen. In einigen Regionen können sich auch Tiere auf der Straße befinden.
Das Auswärtige Amt warnt immer wieder vor Fahrten bei Dunkelheit, weil es außerdem vereinzelt zu Überfällen kommen kann.

Tanken

Das Tankstellennetz in den Regionen Kapstadt, Stellenbosch und Garden Route ist gut. In Südafrika wird das Auto von einem Tankwart betankt und während des Tankvorgangs werden sogar die Scheiben gereinigt.

Die Betankung kann mit Kreditkarte (transportables Kartenlesegerät) oder mit Bargeld vom Auto aus bezahlt werden.

Bei Bedarf überprüft und passt der Tankwart den Reifendruck an.
Es sollte immer ein kleines Trinkgeld bereit gehalten werden. Wir haben meistens 10-20 Rand (ca. 0,50-1,00€) gegeben. Da sich die Personen immer sehr gefreut haben, haben wir vermutlich „zu viel“ Trinkgeld gegeben.

Flugzeug

Wer mehr Zeit an bestimmten Orten verbringen möchte, kann mit Inlandsflügen durchs Land reisen. Nur 2 Flugstunden von Kapstadt entfernt ist der Kruger Nationalpark. Von dort ist die Garden Route (George oder Port Elisabeth) ebenfalls gut per Inlandsflug erreichbar. Wir haben gute Erfahrungen mit Airlink und Mango Airlines gemacht.

Wichtig zu beachten
Wird ein Flug über South African Airlines gebucht und dieser wird zum Beispiel von Airlink durchgeführt, muss am Airlink-Schalter eingecheckt werden.

In Kapstadt mussten wir und einige andere Touristen „Übergepäck“ bezahlen, für ca. 8 KG = R239,20/ ca. 15€. Für die anderen Inlandsflüge vom Nationalpark nach Johannesburg und von dort weiter nach George wurde uns kein Übergepäck berechnet.

Airlines
South African Airways 
AirLink
Mango Airlines 

Mobil-Telefon

Bei einem Aufenthalt außerhalb der EU ist es empfehlenswert eine Prepaid-Karte des Landes zu kaufen.

In Südafrika muss der Reisepass für den Kauf einer Prepaid-Karte vorgelegt werden.

Auf unseren Reisen nutzen wir „GlocalMe“ als Hotspot für unsere Mobiltelefone. Das Gerät passt in jede Hosentasche und ist wirklich praktisch. Ein Tausch der SIM-Karten in den Mobiltelefonen ist nicht notwendig. Entweder buchen wir Datenvolumen (es gibt häufig günstige Angebote) oder wir kaufen eine Prepaid-SIM-Karte für das „GlocalMe“-Gerät. Das Smartphone kann wie gewohnt genutzt werden. Je nach verfügbaren Datenvolumen sollte darauf geachtet werden, dass Fotos erst in eine Cloud geladen werden, sobald WLAN verfügbar ist.

Kleidung

Nur das Wetter gibt eine Einschränkung vor.
Auf Safari sollten keine grellen Farben (Rot, Neon, etc.) getragen werden, hier sind gedeckte Farben (Blau, Beige, Braun, Khaki etc.) empfehlenswert.
Wer Schnorchel-/Tauchgänge bucht, bekommt einen dicken Neopren-Anzug mit Weste, Schuhen, Kapuze und Handschuhen ... das Wasser, besonders in Kapstadt, ist recht kalt.

Essen

Das Essen ist überall fantastisch und ein absoluter Gaumenschmaus. An den Küsten gibt es großartige Meeresfrüchte-Angebote. Überall im Land gibt es hervorragende Fleischgerichte vom Strauß (in Oudtshoorn), Kudu, Impala (an/in den Nationalparks) oder auch Rindersteak.

Kapstadt

Hier gibt es eine große Auswahl von Restaurants. Egal welche kulinarische Richtung gewünscht wird, es gibt das passende Angebot.

Weinregion (Stellenbosch / Franschhoek haben wir nicht besucht)

Auf den Weingütern können „Picknicks“ gebucht werden. Die Mittags- und Nachmittagszeit kann mit einem gefüllten Picknickkorb voller Köstlichkeiten und einer Flasche Wein in einem der wunderschönen Gärten eines Weinguts verbracht werden. À la carte Gerichte werden in den Restaurants ebenfalls angeboten.

Gardenroute

Oudtshoorn ist das Mekka der Straußenfarmen. Hier gibt es ein großes Angebot von Straußenfleisch. Es ist ein absoluter Hochgenuss und mit keinem anderen Fleisch zu vergleichen. „Tastes like chicken“ trifft hier nicht zu.

In den Küstenorten gibt es gute bis sehr gute Restaurants, die fantastische Meeresfrüchte anbieten.
Auch für Pizza und Pasta gibt es das passende Restaurant.

Kruger Nationalpark

Die meistens Lodges sind sehr abgelegen und Restaurants sind selten in der Nähe. Das Angebot in der Region ist eher fleischhaltig. Wer hier Impala oder Kudu auf der Karte sieht, sollte das Fleisch unbedingt probieren. Wir hatten Impala. Das Fleisch war zwar durchgebraten, aber butterweich und ganz zart, es zerging im Mund und war einfach köstlich.

Getränke

Südafrika ist der Inbegriff von Wein. Auch im europäischen Handel finden sich überall gute Angebote. Wer denkt, bereits den besten Tropfen der begehrten Traube für sich entdeckt zu haben, sollte sich dennoch durch die große Auswahl probieren ... wir haben neue Lieblingsweine gefunden.
Bier, Cocktails, Longdrinks und sonstige alkoholfreie Getränke werden ebenfalls angeboten.

Wasser

Südafrika leidet aufgrund von Trockenzeiten immer wieder unter Wassermangel.
Für die Einwohner gibt es Restriktionen wie viel Wasser pro Person pro Tag verbraucht werden darf. Bitte geht rücksichtsvoll mit dieser kostbaren Ressource um und vermeidet unnötigen Wasserverbrauch.
Das Leitungswasser kann zum Zähneputzen bedenkenlos genommen werden.
In den größeren touristischen Regionen (Kapstadt, Stellenbosch und Garden Route) haben wir in den Restaurants in Glasflaschen abgefülltes Leitungswasser getrunken und keine Nebenwirkungen verspürt.
Wer einen sehr empfindlichen Magen hat, sollte sicherheitshalber auf Leitungswasser verzichten.

Geschichte

Der Niederländer Jan van Riebeeck errichtete 1652, aufgrund der strategisch guten Lage für Handelsschiffe, eine Versorgungsstation am Kap der Guten Hoffnung.

Die Besiedlung der westlichen Kapregion nahm im 17. und 18. Jahrhundert zu.
Als die Hugenotten in Frankreich verfolgt wurden, flohen diese in die Niederlande. Einige von ihnen reisten weiter und begannen ein neues Leben in der Kapregion. Die Hugenotten brachten ihr Wissen über den Weinbau mit ins Land. Aus diesem Grund tragen einige Weingüter französische Namen.

Im 18. Jahrhundert holten die Kapholländer zahlreiche Sklaven aus Indonesien, Madagaskar und Indien ins Land. 1743 haben bereits mehr Sklaven in der Region gelebt als europäische Siedler.
1806 eroberten die Briten die Kapregion und errichteten eine Kolonie.
Die Grenzkriege, die vorher von den Niederländern gegen das südafrikanische Volk der Xhosa geführt wurden, wurden nun von den Briten weitergeführt. Das Siedlungsgebiet für die Weißen vergrößerte sich und so zogen diese immer weiter östlich ins Land.
Mit Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1833 durch die Briten, sahen viele Buren (Bauern) sich in ihrer Existenzgrundlage bedroht und wanderten in die Gebiete nördlich des Oranje-Flusses.

1948 übernahm die National Party die Macht und jede Person wurde einer „Rasse“ zugeordnet: Weiße, Farbige, Asiaten und Schwarze.

Jeder ethnischen Gruppe wurden, durch die Group Areas Act, bestimmte Wohngebiete zugewiesen. Es wurden getrennte öffentliche Einrichtungen wie Strände, Schulen, Busse, Parkbänke, etc. festgelegt.
Das war die Geburtsstunde der Apartheid („Getrenntheit“) in Südafrika.

Während einer Reise durch Südafrika wird man automatisch mit der Geschichte des Landes konfrontiert, die Townships.

Anfang 1990 begann die Aufhebung der ersten diskriminierende Gesetze durch Präsident F.W. de Klerk.
Mit der demokratischen Wahl von 1994 wurde Nelson Mandela erster schwarzer Präsident der Republik, das Ende der Apartheid.

Fast 25 Jahre später ist der Unterschied zwischen den „Rassen“ noch immer sichtbar. Einige Townships sind Kleinstädte aus Wellblechhütten, Bretterverschlägen und teilweise errichteten kleinen Steinhäusern. Diese Erfahrung war für uns besonders schockierend und hat uns nachdenklich gestimmt.
Die Regierung hat einige Programme ins Leben gerufen, um die Behausungen der Menschen in den Townships durch Steinhäuser zu ersetzen.

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